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Kinderhilfswerk Gomel bei Tschernobyl e. V.

Jahresbericht 2009

 Im letzten Jahr hat der Vorstand sich mit zwei heiklen Dingen beschäftigen müssen.

 1. Zum Einen ging es um den Hilfsgütertransport: Ein Hilfsgütertransport fand in 2009 nicht statt. Die Gründe dafür waren folgende:

Seit einigen Jahren läuft die Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk Gomel und der Gruppe „Zukunft“ nicht mehr reibungslos. Entweder hielt der Zoll die Pakete wochenlang fest, weil grundlegende Voraussetzungen nicht erfüllt waren, oder weil Pakete auf dem kurzen Weg vom LKW ins Zolllager verschwanden.

Der Hauptgrund, dass wir die Zusammenarbeit mit der Gruppe „Zukunft“ aufkündigten, lag aber in folgendem Sachverhalt:

 Die Gruppe „Zukunft“ forderte im Frühjahr 2008 von einigen Paketempfängern Geld mit der Begründung, dass Zollgebühren zu entrichten wären, obwohl diese vom Kinderhilfswerk Gomel bereits in voller Höhe erstattet worden waren. Im Herbst 2008 wurde sogar von allen Empfängern eine Gebühr von umgerechnet 1,00 € pro Paket verlangt, insgesamt also ca. 1350 €. Trotz dieser - zu Unrecht erhobenen Gebühr - verlangte die Gruppe „Zukunft“ auch vom Kinderhilfswerk Gomel Zollgebühren, und zwar in voller Höhe von 980 €. Wer die 1350 € bekommen sollte, ist uns bis jetzt ein Rätsel. Bereits im Jan. 2007 hatte ich die Verantwortlichen darauf hingewiesen, dass wir die Hilfsgütertransporte streichen würden, wenn sich nicht entscheidend etwas ändern würde. Es hat sich nichts getan. Man hat die Probleme in Gomel nicht in den Griff bekommen. Wir waren bereit, Kosten in einem bestimmten Umfang zu übernehmen, aber nicht bereit, Kosten jeglicher Art zu übernehmen.

Außerdem durften aufgrund einer Verordnung der weißrussischen Regierung, keine Pakete im herkömmlichen Sinne mehr geschickt werden. Und: alle Etiketten mussten entfernt werden. Wir sind davon ausgegangen, dass unsere HelferInnen unter diesen Voraussetzungen keine Pakete mehr schicken wollten. Auch die Lebensmittelsorten wurden per Erlass stark reduziert.

 Überdies ist die Anzahl derjenigen, die privat Pakete für Gomel gepackt haben, in den letzten Jahren stark zurückgegangen. D.h., das KHW musste als Verein immer mehr Pakete packen. Die Kosten stiegen allein im Jahr 2008 auf rund 10.000 €.
 

Wir haben eine Lösung des Problems gesucht. Dank unseres Mitglieds, Herrn Peucker, konnten wir Kontakt mit der Gruppe „Aktion Tschernobyl Hilfe e.V.“ in Hildesheim aufnehmen, die durch sehr gute Kontakte mit dem Zoll in Gomel Pakete der herkömmlichen Art verschicken darf. Diese Gruppe ist bereit, mit uns zusammenzuarbeiten. Aber: wir brauchten jemanden mit sehr guten PC-Kenntnissen und der auch die russische Sprache/Schrift ein wenig beherrscht. Wir müssen eine Datenbank anlegen aufgrund der Software, die von Hildesheim genutzt wird, die regelmäßig gepflegt und auf den neuesten Stand gebracht wird. Wir haben in Manfred Hainke einen Fachmann dafür gefunden. Herr Hainke und Herr Dicks wird die Versammlung unter TOP 11 ausführlich informieren. Daran soll sich dann eine Diskussion anschließen, die mit einer Abstimmung endet.

 2. Zum Anderen ging es um das Rückführungsabkommen, das am 11.02.09 unter dem Titel „Vereinbarung über die Erholungsaufenthalte der belarussischen Kinder in Deutschland“ abgeschlossen wurde. Danach gibt es neue Regelungen:

  1. Kinder dürfen nur noch in Länder reisen, mit denen ein Abkommen geschlossen wurde, welches unter anderem die Garantie der Rückkehr der Kinder regelt.
  2. Das Höchstalter der Kinder ist auf 14 Jahre festgesetzt.
  3. Kinder können nur drei Mal in ein Land eingeladen werden, ab 2009 wird gezählt.    

Wir hoffen, dass die Bundesregierung diese Bestimmung noch kippen kann bis 2012, so dass Sie auch weiterhin Ihre „Kinder“ zu sich an den Niederrhein einladen können. Ich habe bereits persönlich Kontakt mit unserer MdB aufgenommen (Sabine Weiss) und ihr die ganze Sache noch einmal schriftlich erläutert.

Im letzten Jahr sind 93 Personen in 2 Gruppen an den Niederrhein gekommen, davon 77 Kinder, 9 Private, 5 Dolmetscherinnen, 2 Ärztinnen. Sie wurden in 67 Familien untergebracht. Durch persönliche Ansprachen/Presseaufrufe konnten 11 neue Familien, die 16 Kinder aufgenommen haben, für die Ferienfreizeit gewonnen werden.
 

Vielfältiges Programm:

Veltins-Arena auf Schalke, Firma Ford-Werke Köln, Besuch von Isabell Werth, Reiten bei Reitschule Höpfner in DU-Homberg, Segeln auf dem Lohheider See, Fußballwelt Niederrhein, Maislabyrinth in Twisteden, Fußballspiel beim TuS Borth mit Kuchen und Grillen, Grillen auf dem Pauenhof,  zwei Abschlussfeiern, je eine Gastelternvorbesprechung und eine Gastelternnachbesprechung

 Die KAB Menzelen-Ost sorgte auf der Abschlussfeier mit vielen attraktiven Spielen für abwechslungsreiche Stunden, die KfD Veen spendete den schmackhaften Kuchen. Der Reit- und Fahrverein Graf von Schmettow stellte uns auch im letzten Jahr wieder seine Reithalle zur Verfügung. Der Kuchen wurde von der KfD Vynnen gebacken. Dank an Gerda Hermsen und Norbert Hermans, die die jeweilige Fete organisiert haben. Ohne die vielen HelferInnen hätten die Feiern nie so perfekt ablaufen können. Allen sei an dieser Stelle nochmals ein herzliches Wort des Dankes gesagt. Bleiben Sie uns bitte alle gewogen.

 Liebe Gasteltern, Sie haben wieder einmal 3/6 Wochen ein oder mehrere Personen in Ihre Familie als Gast aufgenommen. Sie haben durch Ihr enormes Engagement viel für unseren Verein und die Kinder aus Gomel geleistet. Ihr Einsatz, Ihr Verständnis, Ihre Kooperationsbereitschaft, Ihre Geduld, Ihre Mitmenschlichkeit ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Daher haben Sie sehr herzlichen Dank für Ihre Leistung. Nicht alles hat reibungslos geklappt. Wir waren vom Verein jedoch bemüht, Ihnen zu helfen, wenn Not am Mann war. Wir werden weiter am Ball bleiben wegen der Besuchsbestimmungen (Rückführungsabkommen).

 3. Die Kinderkleiderkammer, die von Frau Lamkewitz und ihrem Team betreut wird, wurde stark in Anspruch genommen.  Gut sortiert hatten hier unsere Besucher aus Gomel die Möglichkeit, sich mit gut erhaltener gebrauchter Kleidung einzudecken. Herzlichen Dank den Damen!

 4. Viele ehrenamtliche HelferInnen haben unsere jungen Gäste auf den Ausflügen verantwortlich begleitet. Herzlichen Dank - stellvertretend für alle - an Barbara Zdebel.

 5. Dank an Herrn Pahsen, der nicht nur unsere Kinderausweise erstellt, sondern auch unsere Visitenkarten, Werbeplakate, Aufrufe grafisch gestaltet und druckt. Und das alles kostenlos!

 6. An dieser Stelle möchte ich es auch nicht versäumen, mich bei unseren Sponsoren für ihre großzügigen Spenden zu bedanken. Wir freuen uns über jede Spende, ob klein oder groß, denn wir sind auf das Geld angewiesen. Stellvertretend sage ich Dank der DSW und der Sparkasse am Niederrhein, die uns seit Jahren mit großzügigen Spenden bedenken. Dank dieser Mittel können wir unseren Auftrag - gemäß unserer Satzung - auch in vollem Umfange erfüllen.

 7. Obwohl wir im letzten Jahr keinen Hilfsgütertransport durchführen konnten, wird von den fleißigen Damen unter Leitung von Heidrun Ziebarth und Elisabeth Terlinden weiterhin unermüdlich in der Kleiderkammer gearbeitet. Im Augenblick werden alle Textilien, die noch nicht gesichtet wurden, durchgesehen und einsortiert. Danke an alle!

 8. Die Presse hat uns auch im letzten Jahr wieder hervorragend begleitet. Norbert Hermans pflegt unsere Homepage. Ab Februar wird Manfred Hainke die Aufgabe von Herrn Hermans übernehmen, der aus beruflichen Gründen ausscheiden muss. Danke!

9. Am ersten Adventswochenende waren wir mit einem Stand auf den DRK- Weihnachtsmarkt in Budberg vertreten. Wir haben - dank vieler großzügiger Spender - 1600 Lose verkauft mit insgesamt 260 Preisen. Dazu kamen die leckeren Marmeladen, die köstlichen Spekulatius und weiteres herrliche Weihnachtsgebäck. Erlös: 2270 €. Dank an alle, die gespendet und geholfen haben.

 10. Wir suchen eine neue/einen neuen Vorsitzenden.

 Ich werde mich im Frühjahr 2011 als Vorsitzende des Kinderhilfswerks Gomel nicht mehr zur Wahl stellen. Wer von Ihnen an einer Zusammenarbeit im Vorstand Interesse hat (BeisitzerIn oder Vorsitzende/r), melde sich bitte beim Vorstand.

 11. Allen - den Gasteltern, den HelferInnen, dem Vorstand, den vielen großzügigen Sponsoren - Dank! Zu Einnahmen und Ausgaben wird Herr Dicks berichten.